Geschirr

Wie man lernen kann Hausarbeit zu mögen

Posted by Roland on Mai 2, 2015No Comments

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Wie man lernen kann Hausarbeit zu mögen

 

Als Teenager habe ich Hausarbeit gehasst. Langweilig, anstrengend und oft mit der Enttäuschung meiner Mutter verbunden, dass sie mich tatsächlich schon wieder an meine Pflichten erinnern musste. Mehr als einmal schlich ich mich an meiner Mutter vorbei um aus dem Haus oder in ein anderes Zimmer zu kommen, weil ich genau wusste, dass die nächste Aufgabe auf mich wartet sobald sie mich bemerkt.

 

Mit ähnlicher Einstellung begann ich mein Leben in der eigenen Wohnung. Alles wurde so lange hinausgezögert wie möglich. Ich nutzte PC-Spiele und Bücher um wie schon früher vor der Welt zu flüchten und die Augen leichter vor der Realität verschließen zu können. Je stärker ich mich jedoch mit meinen Schwächen auseinandersetze und an meinen Stärken arbeite umso leichter fällt es auch den alltäglichen Pflichten ihren Platz einzuräumen.

 

Übungen, wie beispielsweise das Zurückkehren in den Moment und das Leeren des Geistes von unnötigen und belastenden Überlegungen geht bei kaum einer anderen Sache besser als beim Geschirrspülen per Hand. Mit jedem Teller und jeder Tasse, die ich säubere, abtrockne und an ihren Platz zurückstelle komme ich meinem inneren Frieden ein bisschen näher.

 

Die Sinneswahrnehmungen, das heiße Wasser das meine Hände umspült, der Schwamm der unter meinem Griff nachgibt und das Trockentuch, das leicht und fest in meiner Hand liegt helfen dabei den Fokus auf die Realität zu legen. Auf das was wirklich da ist.

 

Gleichzeitig erreicht man bei der Hausarbeit mit jeder Bewegung einen Fortschritt. Der Besen säubert den Boden mit jedem Strich, das Geschirr und die vormals belegten Ablageflächen werden wieder nutzbar und die Wäsche kann nach dem Aufhängen trocknen und mich bald wieder kleiden. Das Essen, was ich koche wird köstliche Nahrung und die frisch bezogenen Betten erlauben einen erholsamen Schlaf.

 

Für jede Aktion gibt es einen klaren Gegenwert. Wie viele von uns, würden sich das in ihrer täglichen Arbeit wünschen, bei der wir, als ein Rad im Getriebe fast nie das Endergebnis dieser Arbeit sehen. Der Wert der eigenen Handlung wird einem bei der Hausarbeit wieder ein wenig bewusster.

 

Nutzen wir die Hausarbeit als kleinen Ausgleich, als Erinnerung daran, dass alles was wir Tun oder Unterlassen einen Gegenwert hat.

 

Vielen Dank!

 

Roland

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