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Heute schenke ich dir 12 Jahre deines Lebens

Posted by Roland on Mai 9, 2015No Comments

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12 Jahre deines Lebens

Im Durchschnitt schauen wir in Deutschland etwa 220 Minuten am Tag Fernsehen. Das sind etwa 15% unseres Tages. Sollten wir 80 Jahre alt werden so haben wir durchschnittlich 12 Jahre unseres Lebens vor der Flimmerkiste verbracht. Je älter wir werden desto mehr Fernsehen schauen wir. Bevor wir 14 werden sehen wir durchschnittlich etwa halb so viel Fern wie der Durchschnitt.

Viele von uns blicken auf vergangene Jahre zurück und fragen sich wo die Zeit geblieben ist und warum die Zeit immer schneller zu vergehen scheint. Ich bin überzeugt, das neben unserer schnelllebigen Zeit, der Technologie die Kommunikation und alles andere beschleunigt, auch der Fernseher und sein neuer Bruder das abendliche Internetsurfen ohne tieferen Sinn einen großen Anteil daran hat.

 

Ich möchte an dieser Stelle nicht auf die verschiedenen Untersuchungen eingehen die Theorien in die Richtung entwickeln ob Fernsehen für dein Gehirn gut, schlecht oder neutral ist. Es gibt verschiedene Hypothesen und beide Lager konnten mich nicht vollends überzeugen. Auf unsere Bewegung hat das Fernsehen logischerweise einen negativen Effekt, da wir normalerweise dabei relativ still sitzen. Oft müssen wir sogar zwischendurch die Position wechseln weil es zu unangenehm wird so lange in der gleichen Sitzstellung zu verharren. In Maßen wäre die Auswirkung auf Beides aber wohl tolerierbar.

 

Viel schwerer wiegt meiner Ansicht nach der Umstand, dass wir uns einer Zeit berauben die wir nutzen könnten um bewusster zu leben, unseren geliebten Menschen etwas Gutes zu tun, wozu ich bewusst auch uns selbst zähle. Nutze die Zeit doch um mit deinem Kind zu spielen, deiner Mutter ein paar Zeilen zu schreiben, mit deiner Großmutter ein Kartenspiel zu spielen oder einen Spaziergang mit deinem Partner zu machen. Die Zeit, die wir damit verbringen uns berieseln zu lassen, uns Botschaften und Ideologien einzuverleiben, die meist gar nicht unsere eigenen sind, können wir besser nutzen. Ist da nicht das Buch, das du schon lange lesen wolltest, das Bild das darauf wartet Wirklichkeit zu werden, das Gespräch das dir schon so lange auf der Seele liegt?

 

Steh auf, schalte den Fernseher und am besten auch den PC aus und such die Verbindung die wir als Menschen so dringend brauchen. Die Verbindung zu dir Selbst und die zu deinen Mitmenschen. Es ist an der Zeit diese Angewohnheit, die wir in unser Leben gelassen haben und der wir immer dann freien Lauf lassen, wenn wir nicht sicher sind welchem der vernachlässigten Bereiche unseres Lebens wir uns als erstes zuwenden sollten, endlich abzulegen. Diese Flucht ist eine Flucht vor uns selbst in die Arme von Maschinen, die „unser Bestes“ zum Ziel haben. Aus der Sicht ihrer Entwickler ist unser Bestes allerdings nur unser Geld, unsere Stimme an der Wahlurne oder unsere Zufriedenheit mit dem Status Quo.

 

Wie viel mehr könnten wir schaffen, wie viel mehr könnten wir sein, sowohl im inneren Selbst als auch im äußeren Selbst wenn wir uns diese Zeit, unsere Zeit, wiederholen?

 

Ich fordere dich hiermit heraus. Ein Monat ohne Fernsehen. Schreib mir einen Kommentar falls du dich der Herausforderung stellst.

 

 

Wie immer, vielen Dank fürs Lesen und dass es dich gibt.

Roland

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